von Manuel Kitzler (Text & Fotos)Zuletzt am Sonntag, 15. März 2026 geändert.
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Seit dem heurigen Jahr gelten für die Einsatzkräfte der Feuerwehr in ganz Niederösterreich neue Regelungen bei der Ausbildung im Atemschutzwesen. Was bisher in fünf Stufen aufgeteilt war, gliedert sich nun in verschiedene Module. Dadurch erhalten angehende Atemschutzgeräteträger eine noch bessere Vorbereitung auf ihre Aufgaben im Einsatz.
Zu Beginn absolvieren die Teilnehmer der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger ein E-Modul. Dieses vermittelt die Grundlagen und kann von zu Hause aus am PC oder Laptop durchgeführt werden. Anschließend folgt in der eigenen Feuerwehr das Modul AT15. Dieses beinhaltet unter anderem das erstmalige Anlegen des Atemschutzgerätes. Früher stellte dieses Modul die erste Stufe der Ausbildung dar.
Danach besuchen die Teilnehmer ein Modul im Bezirk (AT20 - Modul Atemschutzgeräteträger), in diesem Fall bei der Feuerwehr Krems. In diesem Ausbildungsmodul vertiefen die Teilnehmenden den Umgang mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten. Zudem lernen sie die wichtigsten Verhaltensregeln für den Atemschutzeinsatz kennen und setzen diese in praxisnahen Übungen um.
Es fanden 2 Module Anfang und Mitte März in zwei Blöcken jeweils am Freitag und Samstag ganztägig statt. Beide Tage beginnen mit einem Theorieblock in den Morgenstunden. Im Anschluss folgt jeweils ein praxisintensiver Ausbildungsteil. Ziel des ersten Tages ist es, den Teilnehmenden folgende Inhalte zu vermitteln: Einsatzgrundsätze und Verhalten in Notsituationen sowie Fortbewegungsarten und Menschenrettung beziehungsweise Rettungstechniken. Beim Thema „Einsatzgrundsätze und Verhalten in Notfällen“ stehen mehrere Ausbildungsziele im Mittelpunkt: die Aufgabenverteilung innerhalb des Trupps, die Definition der Gefahrengrenze, die Erklärung und Erläuterung des Atemschutzsammelplatzes, das richtige Verhalten in Notsituationen sowie der Umgang mit kontaminierter Atemschutzausrüstung.
Der zweite Teil des ersten Tages beschäftigt sich mit den Fortbewegungsarten. Die Auszubildenden lernen dabei, wie sie sich im Atemschutzeinsatz möglichst sicher fortbewegen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation innerhalb des Trupps, insbesondere bei besonderen Gegebenheiten entlang des Einsatzweges. Den Abschluss des Tages bildet das Retten von Personen. Hier zeigen die Ausbilder verschiedene Techniken, die je nach Einsatzsituation angewendet werden können.
Am zweiten Tag folgt nach dem theoretischen Vortrag im Lehrsaal erneut der praktische Teil. Dafür teilt sich die Gruppe auf vier Stationen auf. An einer Station absolvieren die Auszubildenden eine Übungsstrecke, die durch starke Verrauchung zusätzlich erschwert wird. Dabei achten die Ausbilder besonders auf die Kommunikation sowie die gegenseitige Unterstützung innerhalb des Trupps. Eine weitere Station umfasst die Suchtechnik mit Menschenrettung. Ziel dieser Übung ist das praktische Anwenden der sogenannten Wandtechnik. Ein weiterer Teil der Ausbildung behandelt den Einsatz mit Leitern. Die Mitglieder üben dabei das Besteigen einer Leiter mit Atemschutzgerät. Zusätzlich trainieren sie das richtige Einsteigen über ein Fenster in einen Raum. Auch das Aufziehen einer Löschleitung sowie die Selbstrettung über eine Leiter stehen auf dem Ausbildungsprogramm.
Bei einer weiteren Station besprechen die Einsatzkräfte verschiedene Vorgehensweisen mit dem Strahlrohr und setzen diese anschließend praktisch um. Zudem trainieren sie das richtige Öffnen einer Tür, hinter der sich möglicherweise ein Brand befindet.
Nach diesem Modul folgt in den Feuerwehren selbst eine weitere Ausbildungseinheit. Dabei bereiten die Ausbilder die Mitglieder gezielt auf die jeweiligen Vorgehensweisen der eigenen Feuerwehr vor. Nach dem Absolvieren der vier Module (AT10-e, AT15, AT20 und AT30) dürfen die Mitglieder als Atemschutzgeräteträger in den aktiven Einsatz gehen. Fort- und Weiterbildungen und die jährlichen Leistungstests bilden anschließend einen wesentlichen Bestandteil, um die Tauglichkeit langfristig aufrechtzuerhalten.